Der Lesewonne-Adventskalender 2022 Kläppchen 16

Beitragsbild Lesewonne-Adventskalender 2022 Kläppchen 16

Hey liebe Leute,

ich bin Vicky von den „Acht Armen für alle Fälle“ und erzähle heute in Kläppchen 16, was gestern bei uns in der Schule passiert ist. Da haben wir nämlich einen Rekord geschafft! Hundert Bäume in einer Stunde!
Der Tag fing wie ein ganz normaler Mittwoch an, mit Deutsch-Förder in der ersten Stunde. Da bin ich aber nicht dabei, ich bin im Mathe-Förder.

Weihnachtsbäume aus Wörtern

Und im Deutsch-Förder hat Frau Goldbach, unsere Klassenlehrerin, mit Oxana, Valerie, Jo, Gero, Emre und Linda kleine Tannenbäume mit lauter Weihnachtswörtern geschrieben. Linda hat mir ihren Baum gezeigt, als wir anderen zur zweiten Stunde kamen, und da war ich fast ein bisschen neidisch, dass ich nicht im Deutsch-Förder bin, weil die Weihnachtsbäume so schön waren!
Man fängt oben an der Spitze mit einem ganz kurzen Wort an, also so etwas wie oh, ja und du und dann wird es immer ein Buchstabe mehr, bis ganz unten im Baum ein Wort mit vierzehn Buchstaben steht, also zum Beispiel Weihnachtsbaum oder Vanillekipferl. Die Weihnachtswörter mussten sich die Förderkinder aber nicht selbst ausdenken. Frau Goldbach hatte ein Blatt mitgebracht, auf dem alle Wörter standen und man musste sich bloß welche aussuchen und abschreiben.

Kläppchen 16 Wörter-Weihnachtsbaum schreiben
Kläppchen 16 Wörter-Weihnachtsbaum Wörter

Wo kriegen wir hundert Bäume her?

Am liebsten hätte ich sofort auch so ein Bäumchen geschrieben und diese schönen Weihnachtswörter benutzt, aber wir hatten in der zweiten Stunde ja nicht Deutsch, sondern Sachunterricht und da sollten wir in unserem Arbeitsheft über Feuer weiterarbeiten.
Aber Frau Goldbach stand mit ihrem Stapel Deutschförder-Weihnachtsbäumen am Pult und guckte irgendwie ganz unzufrieden. Marlene hat sie gefragt, ob etwas nicht stimmt und da sagte Frau Goldbach, dass sie einhundert von den geschrieben Weihnachtsbäumen braucht und bis jetzt hat sie erst siebenundzwanzig.
„Kopieren!“, schlug Torben vor.
„Das geht nicht!“, rief Jo. „Weil die doch für die Weihnachtskarten für die alten Leute sind!“
Frau Goldbach nickte. „Und da wäre es natürlich schöner, wenn jeder von den Damen und Herren im Seniorenheim ein mit der Hand geschriebenes Bäumchen bekommt, so richtig ordentlich in Schreibschrift mit Füller oder Tintenstift, und kein kopiertes.“
Sie überlegte. „Ach, wir machen es so“, sagte sie dann. „Ich gebe euch als Hausaufgabe auf, ein Bäumchen zu schreiben. Dann haben wir immerhin schon einundfünfzig.“
Da freute ich mich und auf einmal wurde mir ganz warm im Magen, als hätte ich heißen Tee getrunken, weil ich mich so freute, dass wir mitmachen durften, um den alten Leuten eine Freude zu machen.
Doch plötzlich fiel Frau Goldbach etwas ein. „Heute gibt es ja gar keine Hausaufgaben!“
Es sollte keine geben, weil wir doch nachher noch die ganzen Lebensmittel, die wir für die Gütersloher Tafel mit in die Schule gebracht hatten, runter in die Halle zum Weihnachtsbaum bringen sollten, damit Herr Höflich, unser Direktor, ein Foto davon machen konnte. Danach sollten wir dann helfen, die leckeren Sachen zuerst in Kisten und dann in das Auto von Frau Siebenroth zu packen. Die wollte zusammen mit Herrn Groß zur Tafel fahren und die Kisten mit den Sachen drin dort abgeben, für Leute, die nicht so viel Geld haben. Und deshalb sollten wir keine Hausaufgaben kriegen und der Plan mit den einundfünfzig Bäumen funktionierte nicht.

Schaffen wir den Rekord?

„Und wenn wir die jetzt in der Stunde schreiben?“, fragte Leander.
„Ich wette, wir schaffen alle hundert!“, rief Niklas.
Frau Goldbach war einverstanden. Im Feuer-Arbeitsheft konnten wir auch noch nächste Woche weitermachen, aber die Karten mussten bis Freitag fertigwerden! Es wäre ja echt blöd, wenn die Karten nicht für alle alten Leute reichten. Jeder von uns bekam so einen Weihnachtswörter-Zettel und dann konnten wir endlich anfangen. Leider waren nur noch dreiunddreißig Minuten von der Stunde übrig und da mussten wir uns richtig anstrengen und beeilen, damit die alten Leute echte, geschriebene Bäume bekamen und keine kopierten.
„Aber ordentlich schreiben“, erinnerte Frau Goldbach, „das soll ein Geschenk werden.“
Ich finde, dass es gar nicht so einfach ist, gleichzeitig schnell, richtig schön und ohne Fehler zu schreiben, aber wir alle strengten uns an.
Frau Goldbach malte siebenundzwanzig Striche an die Tafel, immer zehn in einer Reihe und in der dritten logisch nur sieben, jeder Strich stand für einen Baum und weil die Tafel mit den Schreiblinien zehn Reihen hat, passte das perfekt, da konnten wir sehen, wie viele Bäume uns noch bis zu hundert Stück fehlten.

Kläppchen 16 viele geschriebene Weihnachtskäufe
Kläppchen 16 Weihnachtsbaum fingerdruck

Jeder von uns musste ungefähr drei Stück schaffen. Für jeden Baum, den wir Frau Goldbach brachten, durften wir einen Strich an die Tafel machen. Zuerst ging es ziemlich langsam vorwärts. Schließlich mussten wir die Wörter auch noch aussuchen und es sollte ja alles schön zusammenpassen und gut klingen, damit man beim Lesen gleich in Weihnachtsstimmung kommt. Meine Freundin Rike und ich schrieben Zwillingsbäume. Beim ersten schrieb ich vor und Rike mir nach und beim zweiten umgekehrt. Als nur noch zehn Minuten von der Stunde übrig waren, hatten wir erst dreiundfünfzig Bäume. – Und von denen hatte Oxana allein acht Stück geschrieben.
„Ich schreibe immer denselben wieder ab“, erklärte sie uns. „Den kann ich jetzt fast auswendig und dann geht es ganz schnell!“

Ja, wir schaffen das!

Natürlich machten wir das alle nach und nun ging das Schreiben viel einfacher und schneller. Als noch eine Minuten von der Stunde übrig war, waren wir bei dreiundneunzig Bäumen angekommen. Dann legte Frau Goldbach noch vier dazu, die sie geschrieben hatte und Karoline, Kante, Jo und Rike brachten jeweils noch einen zum Pult! Kante machte den zehnten Strich auf der zehnten Linie. Hundert Striche an der Tafel, hundert Wörter-Weihnachtsbäume auf Frau Goldbachs Tisch! Wir jubelten und hüpften und schrien durcheinander, weil wir uns so freuten. Wir hatten es geschafft! Hundert Weihnachtsbäume für die Karten waren fertig. So viel von einer Sorte hatten wir ganz bestimmt noch nie in einer Stunde geschrieben!

PS: In der nächsten Stunde durften dann die Kinder aus Klasse 2, die auch Förder bei Frau Goldbach haben, Glitzersternchen auf die Tannenspitzen kleben und Stückchen vom Goldklebeband unten als Stamm. Neben die geschriebenen Bäume kleben wir einen Weihnachtsgruß, den Herr Höflich geschrieben hat. Die Kinder in der Randstunde und der OGGS haben Tannenbäume mit bunten Fingerabdrücken gemacht, natürlich auch hundert Stück, und in jedes Blatt mit einem bunten Tannenbaum legen wir dann eins mit einem geschriebenen Weihnachtsbaum, falten es in der Mitte und binden noch so einen kleinen Anhänger mit Perlen auf Glitzerband dran, damit die Karte richtig hübsch aussieht und ein kleines Geschenk ist. Und nächste Woche gehen ein paar Kinder mit Frau Siebenroth ins Heim zu den alten Leuten und verschenken die Karten.

Wörter-Weihnachtsbaum

Möchtest du auch Wörter-Weihnachtsbäume schreiben? Ich werde auf alle Fälle noch einen für Oma und Opa Wiesbaden machen, die freuen sich immer so, wenn sie etwas Selbstgeschriebenes bekommen.
Hier gibt’s die Vorlagen zum Ausdrucken:

Hast du bereits die anderen Kläppchen geöffnet?


Liebe Grüße

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