Recherche: Was das ist, wie ich es mache und 5 Tipps für dich

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Hallo, schön, dass du da bist,

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Recherchen? Was ist das denn? Zum ersten Mal las ich dieses Wort auf dem Fernsehbildschirm, als ich ungefähr neun Jahre alt war und einen Film über Ausgrabungen in Ägypten gesehen hatte.
Re-cher-chen? Dieses Wort gefiel mir ausgesprochen gut. Es klang wie „Rechen“ und sofort musste ich an dieses Gerät für den Garten denken, mit dem man Blätter zusammenharkt. Ich ging davon aus, dass man für Ausgrabungen ganz sicher auch einen Rechen benötigte und so war es ja nur logisch, dass der Mann mit dem Rechen auch im Nachspann erwähnt wurde.

Was ist Recherche?

Mit einem Rechen hat es nichts zu tun. Das fand ich einige Jahre später heraus, als ich in der Schule Französisch lernte.

Französich recherche: Nachforschung, Suche oder Untersuchung

Frau Bunts Französischlehrerin

Ich schrieb die neuen Wörter in mein Vokabelheft und lernte auch gleich, dass man es nicht wie Rechen ausspricht, sondern [ʁeˈʃɛʁʃə], re-schersche.

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Was hat Bücherschreiben mit Recherche zu tun?

Wer ein Buch schreibst, muss über all die Personen, Situationen, Orte und Geschehnisse in der Geschichte bescheid wissen. Wenn du dir all die Informationen zusammensuchst, recherchierst du.
Ein schlecht recherchiertes Buch kann deine Leser vergraulen. Indem du gut nachforschst, verhinderst du, dass die Katze in deiner Geschichte als Leckerli Schokolade bekommt (die verträgt sie nicht), die Fahrt von Berlin nach Gütersloh zwanzig Minuten dauert (es sind vier Stunden) und es vor tausend Jahren in der Eifel den letzten Vulkanausbruch gab. Das war vor dreizehntausend Jahren.

Bücherschreiben hat eigentlich ziemlich wenig mit Schreiben zu tun, sondern eine ganze Menge mit Planung und Nachforschungen. 🙂
Fangen wir mit den Nachforschungen an. Wie kommst du an all die Informationen, die du benötigst, um eine überzeugende Geschichte zu schreiben?

Tipp 1: Nutze deine Erfahrungen

Du schreibst eine Hundegeschichte und hältst selbst einen Schnauzermischling? Dann bist du Experte auf dem Gebiet und es wird dir sicher nicht schwerfallen, dein Wissen in die Geschichte einfließen zu lassen. Du weißt, wie Hunde ticken und lässt sie in deinem Buch ganz sicher nicht mit dem Schwanz wedeln, wenn sie wütend sind. Und Schokolade gibst du ihnen auch nicht.

In „Geheimnisse im Grünen Winkel – Der doppelte Darkie“ geht es um Katzen. Darüber konnte ich gut schreiben, weil ich selbst viele Jahre lang Katzen hatte.
Krass von der Rolle – Corona, Chaos, Klopapier“ beschreibt, wie es in der ersten Coronawelle in den Schulen zuging. Damit kenne ich mich ebenfalls aus, weil ich als Lehrerin selbst direkt dabei war.

Auf welchem Gebiet bist du Experte?

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Tipp 2: Geh‘ hin!

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Wo spielt deine Geschichte? Auf einem Schloss? Gibt es bei dir in der Nähe eins, das du besichtigen kannst? Deine Helden fahren mit dem Schiff? Hast du die Möglichkeit, das auch zu tun? In deinem Buch geht es um ein Geheimnis in der Schule? Da bist du garantiert Profi und kannst deine eigene Schule als Vorlage für deine Geschichte nutzen.
Du bist ganz nah dran, kannst sämtliche Details aufsaugen und später in deiner Geschichte verwenden. Mach Fotos oder notiere, was dir wichtig ist. Am besten beides!

Demnächst wird es für die „Acht Arme“ auf Klassenfahrt auf eine Burg gehen. Ich habe in Thüringen auf Schloss Windischleuba übernachtet, das als Vorbild dienen wird.
Meine eigene Schule ist, na klar, teilweise die Lutteschule, in die Vicky, Rike, Jo und Kante gehen. In der Moselgegend, in der sie in ihrem Sommerferien-Abenteuer unterwegs sind, habe ich selbst Urlaub gemacht. Und im Freilichtmuseum Detmold habe ich gesehen, wie die Leute vor langer Zeit lebten. Das war wichtig für „Geheimnisse im Grünen Winkel“.

Pack deinen Rucksack und auf geht’s! Natürlich machst du keinen schnöden Ausflug. Du gehst auf Recherche. Klingt gut, nicht?

Tipp 3: Schau Videos

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Du kannst nicht mal eben an deinen Orten vorbeischauen? Deine Geschichte spielt im Weltall oder in einem fernen Land? Du schreibst einen Fantasy-Roman und so ein Einhorn findet man halt nicht im Streichelzoo?
Dann helfen dir Videos weiter. Es gibt hunderttausende im Internet und am besten bittest du deine Eltern, dass sie dir helfen, etwas Passendes auszusuchen.
Schon bist du im Bilde über das Lieblingsfutter der Einhörner und findest heraus, wie das Leben auf der Internationalen-Raumstation läuft.

Für „Alles abgerupft! – Das rasende Rentier“ musste ich herausfinden, welche Geräusche Rentiere beim Laufen machen. Ein kurzer Film mit einem vorbeigaloppierenden Rangifer tarandus zeigte es mir.

Sieh dich um, picke das Passende heraus und schreibe wie ein Profi über Dinge, von denen du vorher kaum Ahnung hattest.

Tipp 4: Frage Experten

Lasse dir von Menschen, die Ahnung haben, erklären, was wichtig ist.
Dein Roman spielt im Inneren eines Bienenstocks? Befrage einen Imker, was dort vor sich geht.
Du schreibst über ein Kind, das Fußball-Profi werden möchte? Befrage einen Trainer, wie das möglich ist.

Für meine Bücher habe ich unter anderem mit einem Tiertrainer, eine Winzerin und einem Jugendherbergsleiter gesprochen, habe mir erklären lassen, wie man ein Auto lahmlegt und eine Lichterkette an ein Trimmrad anschließt.

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Trau dich! Suche dir Leute, die von deinem Thema Ahnung haben und sprich sie an. Die meisten Menschen helfen gern und sind ganz angetan davon, dir bei der Recherche für dein Buch zu helfen. Natürlich kannst du deine Experten auch anrufen oder ihnen eine Mail schicken.

Tipp 5: Lies nach

Die Bibliothek ist dein Paradies. Du kannst kannst selbst stöbern oder dich von netten Menschen beraten lassen. Wenn du ihnen dein Recherchethema nennst, werden sie dich dabei unterstützen, die passenden Bücher auszuwählen.
Das Internet bietet ebenfalls unendliche Informationsquellen und bei konkreten Fragen leistet ein Kinderlexikon dir gute Dienste.

Wie lange braucht ein Päckchen nach London? Habe ich für „Krass von der Rolle“ nachgelesen. Ab wann gab es in den Häusern fließendes Wasser und Strom? Was kostet ein Transponder-Lesegerät? Welches Geigenstück kann man nach ungefähr drei Jahren spielen? Gelesen, gelesen, gelesen.

Lies, um zu schreiben!

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Woran recherchierst du aktuell? Schreibe es in die Kommentare!

Erfolgreiches Schreiben wünscht dir

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Kommentare? Gern! Aber natürlich nicht mit deinem echten Namen. Um hier etwas zu schreiben, denke dir bitte zu deiner Sicherheit einen Spitznamen oder Phantasienamen aus. Dir fällt keiner ein? Dann klicke mal auf den kleinen Button „Generate“ dort unten, da ist sicher auch etwas für sich dabei.


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